Kurze Einschätzung von mir: Branchen-ETFs können passen, müssen aber nicht. Der Sommer ist gut zum Durchdenken solcher Grundsatzfragen – ich hab das letzte Woche beim Grübeln im Garten auch nochmal durchgegangen.
Meine Erfahrung mit Depotstrategien: Komplexität kostet Rendite, wenn man sie nicht konsequent durchhält. Wer mal einen Sektor-ETF kauft und dann beim nächsten Einbruch nervös wird und umschichtet, der verliert mehr als er gewinnt. Das Altersvorsorgedepot ist kein Trading-Konto.
Wenn Branchen-ETFs, dann mit klarer Regel: fester Anteil, nicht anfassen bis zur Entnahme, fertig. Aber die meisten Leute halten das nicht durch, hab ich beim Anbieterwechsel-Thema in einem anderen Thread schon gesagt. Da sieht man wie oft Leute ihre Strategie über den Haufen werfen.
Ich hab das Thema drüben im Thread Depot eröffnet - reicht MSCI World oder brauche ich mehr ETFs? schon mal angesprochen: Meiner Meinung nach braucht kein normaler Sparer Branchen-ETFs im Altersvorsorgedepot. Das klingt vielleicht hart, aber die Begründung ist simpel.
Ein MSCI World hat Tech schon mit über 20% drin, Healthcare auch. Du übst mit Branchen-ETFs also hauptsächlich Wetten auf Sektoren aus, die du heute für gut hältst – aber niemand weiß, welche Branchen in 20-30 Jahren dominieren. Clean Energy ist genau das Beispiel, das du selbst nennst: top Idee, miese Performance über mehrere Jahre.
Das Altersvorsorgedepot hat den großen Vorteil der Förderung – den sollte man nicht mit spekulativen Beimischungen verwässern. Wenn überhaupt, dann maximal 10-15% Branchenanteil, und nur in echten Megatrends mit langer Laufbahn. Aber ehrlich gesagt: Weglassen ist oft die klügere Entscheidung.