Hallo zusammen,
ich beschäftige mich seit einigen Wochen intensiv damit, ob eine kleine Mietwohnung als Ergänzung zur Altersvorsorge überhaupt noch Sinn macht – und wenn ja, wo. Ich bin 59 und schaue natürlich mit anderen Augen auf solche Entscheidungen als jemand der noch 30 Jahre Anlagehorizont hat.
Mich beschäftigt konkret die Frage nach den Regionen. Ich lese überall, dass die Großstädte inzwischen so teuer sind, dass die Mietrendite kaum noch stimmt. Gleichzeitig höre ich immer öfter, dass kleinere Städte oder Dörfer – vor allem im Osten oder in strukturschwachen Gebieten – mit Leerstand kämpfen. Das klingt für mich nicht nach sicherer Altersvorsorge.
Aber gibt es Regionen dazwischen? Mittelstädte, Universitätsstädte, Orte die trotz allem noch Zuzug haben? Ich denke da an Städte zwischen 30.000 und 100.000 Einwohnern in Süd- oder Westdeutschland, aber ich bin wirklich unsicher.
Das Altersvorsorgedepot 2027 ist für mich eigentlich schon gesetzt, aber ob ich zusätzlich noch in eine Immobilie investieren soll oder lieber alles über das Depot laufen lasse – da bin ich noch völlig offen. Vielleicht haben hier welche praktische Erfahrungen mit bestimmten Regionen gemacht?
Danke schon mal – und ich hoffe ihr genießt trotz der Hitze gerade ein bisschen den Sommer 🙂
Wie Markus schreibt stimmt das mit den Uni-Städten, aber ich seh das insgesamt etwas skeptischer was Immobilien als Altersvorsorge angeht. Die Nebenkosten, Instandhaltungsrücklage, Verwaltungsaufwand – das frisst Rendite oft mehr als man denkt. Ich hab mich da beim Thema Förderung fürs Depot intensiver eingelesen und finde den reinen Depot-Weg für viele Situationen einfach transparenter.
Gute Frage, die ich mir ehrlich gesagt auch schon gestellt hab. Ich bin kein Immobilienexperte, aber ich beschäftige mich seit längerem damit, wie man Depot und andere Anlageformen sinnvoll kombiniert – hab dazu auch schon im Thread zu Hausbank oder Neobroker ein bisschen was dazu geschrieben, auch wenn's da primär ums Depot ging.
Zur Frage selbst: Ich würde Universitätsstädte unter 100.000 Einwohnern tatsächlich als interessant einschätzen, sofern die Hochschule nicht gerade schrumpft. Orte wie Passau, Trier, Flensburg, Landau – da gibt es stabilen Bedarf an kleinen Wohnungen, weil Studenten und junge Berufseinsteiger immer einen Markt bilden. Die Kaufpreise sind dort oft noch halbwegs moderat im Vergleich zu München oder Hamburg.
Aber ich würde trotzdem genau hinschauen: Wie entwickelt sich die Bevölkerung der jeweiligen Stadt in den letzten 10 Jahren? Gibt es Abwanderung oder Zuzug? Die Statistischen Landesämter veröffentlichen da recht gute Daten. Leerstandsrisiken entstehen selten über Nacht – die kündigen sich in den Demografiedaten Jahre vorher an.
Für deine Situation mit 59 würde ich das Klumpenrisiko einer Immobilie zusätzlich zum Depot wirklich nochmal gut durchdenken. Das ist eine erhebliche Kapitalbindung, und wenn man in 10-15 Jahren verkaufen will, braucht man auch einen liquiden Markt vor Ort.