Hallo zusammen, ich bin gerade dabei, meine Altersvorsorgestrategie für das neue Depot ab 2027 zu strukturieren. Bisher habe ich mich hauptsächlich mit ETF-Allokation und verschiedenen Broker-Kostenstrukturen beschäftigt – das ist ja relativ straightforward zu modellieren. Jetzt interessiert mich aber auch die Rolle von Immobilien-Direktinvestments als Ergänzung zu meinen Standarddepot-Plänen.
Meine Frage: Für jemanden, der beruflich in der Softwareentwicklung tätig ist und zeitlich begrenzt ist, macht es überhaupt Sinn, zwischen Wohn- und Gewerbeimmobilien abzuwägen? Bei Wohnimmobilien habe ich regulatorische Mieter-Schutzgesetze, geringere Cash-Flows aber wahrscheinlich stabilere Vermietungsquoten. Bei Gewerbeimmobilien seh ich höhere Rendite-Chancen, aber auch komplexere Mietverträge und Leerstandsrisiken.
Wie kalkuliert ihr so etwas in eure Altersvorsorgerechnung ein – eher als spekulatives Add-on zum Portfolio oder als echte strategische Komponente neben dem AVD 2027?
Bei Wohnimmobilien ist die Marktstabilität über lange Zeiträume einfach besser belegt. Gewerbe schwankt stärker mit Konjunktur. Für Altersvorsorge würde ich Wohnen wählen, wenn überhaupt. Aber: beide Modelle kosten massiv Zeit bei Verwaltung und Reparaturen – oft unterschätzt.
Gute Frage, Max. Ich analysiere das ähnlich systematisch wie ETF-Kostenstrukturen: Mit deinem Zeitbudget würde ich ehrlich eher Wohnimmobilien favorisieren. Die niedrigere Verwaltungsintensität ist real. Bei Gewerbeimmobilien musst du aktiv Mietausfallrisiken monitoren – das ist ein Hidden Cost, den viele nicht im Renditemodell abbilden.
Für die AVD-2027-Integration würde ich das so sehen: Das Depot selbst bleibt dein Kern mit ETFs und Garantieprodukten. Eine Wohnimmobilie als Direktinvestment außerhalb macht dann Sinn, wenn dein verfügbares Kapital das zulässt – eher als Inflationsschutz und Diversifikation, nicht als Rendite-Play. Die Förderung nutzt du über den Standard-Anteil optimal, die Immobilie läuft parallel. Gewerbe würde ich persönlich skippen, es sei denn, du hast spezifische lokale Kenntnisse.
Für mich als Mutter mit zwei Kindern ist die Immobilienfrage aktuell noch komplizierter, weil ich auch an die Grund- und Kinderzulage denken muss. Aber prinzipiell: Wohnimmobilien sind emotionaler – das ist auch ne psychologische Komponente. Gewerbe ist nüchterner Cashflow. Im Alter möchte ich aber eher Ruhe haben als aktiv zu verwalten. Daher: Wohnung mieten statt selbst verwalten, und dafür über das AVD 2027 richtig sparen mit den Zulagen. Das ist effektiver für meinen Neustart nach der Familienpause.