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USD-Dominanz bei Rohstoff-ETFs: Wie kalkuliere ich das in die Förderrendite ein?

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Andreas-Richter
Beiträge: 28
Themenstarter
(@andreas-richter)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#182]

Guten Morgen zusammen,

ich bereite gerade mehrere Mandanten auf das Altersvorsorgedepot 2027 vor und stoße dabei auf ein Thema, das ich bislang noch nicht befriedigend durchdrungen habe – die Wechselwirkung zwischen Währungsrisiko und staatlicher Förderlogik bei rohstoffbasierten ETF-Beimischungen.

Das Problem in der Praxis: Rohstoff-ETFs – egal ob breit über den Bloomberg Commodity Index oder enger über Energie/Metalle – sind fast ausnahmslos in US-Dollar denominiert. Die Förderung im neuen Altersvorsorgedepot läuft aber natürlich in Euro, sowohl die Grundzulage als auch die beitragsproportionale Förderung. Was mir noch nicht vollständig klar ist: Wie verhält sich das konkret, wenn ein Mandant mit beispielsweise 3.000 Euro Jahresbeitrag einen Teil in einen Rohstoff-ETF fließen lässt, der in USD gehandelt wird?

Nehmen wir eine Abwertungsphase des Dollar – also USD/EUR fällt – dann erodiert der reale Depotwert in Euro, obwohl der Rohstoffpreis selbst stabil oder sogar gestiegen sein kann. Das ist ja der klassische Währungseffekt. Gleichzeitig soll die Förderung gerade in inflationären Phasen ihren Schutzcharakter entfalten.

Ich frage mich: Macht es aus steuerlicher und fördertechnischer Sicht Sinn, für den Rohstoffanteil explizit auf währungsgesicherte (hedged) Varianten zu setzen, auch wenn das die laufenden Kosten erhöht? Und wie würde sich das auf die effektive Förderquote auswirken, wenn man die höhere TER gegenrechnet?

Freue mich über Einschätzungen, gerne auch aus der Praxis. Wir haben noch etwas Zeit bis Januar 2027, aber ich möchte die Mandantenberatung jetzt schon substanziell aufbauen.

Viele Grüße
Andreas


3 Antworten
LisaK
Beiträge: 40
(@lisak)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Bin da ehrlich gesagt etwas skeptisch gegenüber dem ganzen Rohstoff-Ansatz im Altersvorsorgedepot, gerade wenn man die Auszahlungsphase im Blick hat.

Ich versuche gerade zu verstehen wie die Zeitrente funktioniert und wie die Besteuerung läuft – und dabei ist mir aufgefallen dass volatile Depotkomponenten wie Rohstoffe das eigentlich unnötig verkomplizieren. Wenn der Rohstoffanteil kurz vor Auszahlungsbeginn wegen eines starken Dollars einbricht, hat man im schlechtesten Zeitfenster einen Buchverlust der sich direkt auf die erste Auszahlungsphase auswirkt oder?

Oder ist das bei der Zeitrente anders geregelt, weil man ja Anteile verkauft statt einen festen Betrag auszuzahlen? Das versteh ich noch nicht ganz.


Antwort
Max K.
Beiträge: 34
(@techmax_89)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich habe mir das Thema schon mal aus einem anderen Winkel angeschaut – im Zusammenhang mit Öl-ETFs (hatte dazu hier was geschrieben).

Zur Frage des Währungs-Hedgings würde ich das mal quantitativ durchrechnen wollen: Historisch betrachtet liegt die EUR/USD-Volatilität bei ca. 7-9% annualisiert. Ein Rohstoff-ETF mit sagen wir 15% Volatilität – das Währungsrisiko macht also grob die Hälfte des Gesamtrisikos aus, wenn man ungehedgt ist. Ein Hedge kostet aktuell je nach Zinsdifferenz USD/EUR zwischen 1,5 und 2,5% p.a. Das ist strukturell erstmal klar dagegen.

Für die Förderrechnung: Die Zulage ist nominal fix, der Depotwert floated mit allem. Das bedeutet, die Förderquote in Prozent des realen Depotwerts steigt wenn der Kurs fällt – aber das ist natürlich ein schwacher Trost. Ich würde dem Hedging bei langen Laufzeiten (20+ Jahre) wenig abgewinnen, kurzfristig unter 10 Jahren würde ich es anders bewerten.


Antwort
Nadine K.
Beiträge: 30
(@nadine_1979)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich muss ehrlich sagen, ich verstehe den technischen Teil nicht vollständig – Hedging, Basisrisiko, das ist für mich noch Neuland. Ich habe mich ja erst neulich gefragt, ob ich mit 45 überhaupt noch in Rohstoffe gehen sollte (da gab's ja schon einen Thread dazu: Mit 45 neu gestartet: Wie hoch darf mein Aktienanteil noch sein?).

Was mich an Ihrem Beitrag aber wirklich beschäftigt: Wenn das Währungsrisiko bei Rohstoff-ETFs die reale Förderwirkung abschwächt, dann wäre das ja ein Argument, bei meinem Einstieg erstmal ganz darauf zu verzichten und lieber einen schlichten Welt-ETF zu nehmen. Weniger Komplexität, weniger Risikoquellen.

Wäre das aus Ihrer steuerlichen Sicht für jemanden, der erst jetzt startet und keine großen Puffer hat, vielleicht der sinnvollere Ansatz? Ich bin da wirklich noch unsicher und wäre froh um eine konkretere Einordnung.


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