Hallo zusammen,
ich habe eine klassische Lebensversicherung aus 2010, die noch bis 2032 läuft. Der aktuelle Rückkaufswert liegt bei ca. 28.000€. Für 2027 plane ich, systematisch ins neue Altersvorsorgedepot zu starten und dort eine breite ETF-Strategie aufzubauen – ähnlich wie in einigen Threads hier diskutiert.
Meine Frage: Macht es Sinn, die LV jetzt noch vor 2027 aufzulösen und den Rückkaufswert zu parken, um ihn dann ab Januar 2027 in voller Höhe ins geförderte Depot einzubringen? Oder sollte ich die Police einfach weiterlaufen lassen und parallel das neue Depot besparen?
Mich interessieren vor allem die steuerlichen Implikationen. Bei der LV fallen ja Erträge nachgelagert an – wie verträgt sich das mit der Besteuerung im neuen Depot-System? Und: Wenn ich den Rückkaufswert 2027 einzahle, wird das als Basis-Einzahlung für die Grundzulage berücksichtigt, oder ist das eine Sonderregelung?
Ich habe die bisherige Rendite der LV analysiert – nicht berauschend. Deshalb überleg ich, ob die Umschichtung strategisch Sinn macht.
Danke für Inputs!
Hm, meine Frage: Warum ist die Rendite der LV nicht berauschend? 1,5%-2% oder deutlich weniger? Das ändert natürlich einiges. Wenn die Police faktisch Sparbuch mit Versicherungsmantel ist, dann raus damit ins Depot, klar. Aber falls da noch Todesfallschutz drin steckt, den Du brauchst – dann kostet Dich die Auflösung auch was.
Interessante Konstellation. Hast Du schon durchgerechnet, wie die beitragsproportionale Grundzulagenberechnung bei Dir konkret greift? Wenn Du etwa 3.000€/Jahr sparen kannst, teilt sich die Zulage auf alle Beiträge auf – der initialen 28.000€ und die laufenden Sparplan-Raten.
Bei der Besteuerung brauchst Du einen Steuerbescheid vom Versicherer über die Erträge bei Auflösung. Diese werden dann im Depot als eingezahlte Mittel behandelt, nicht als "förderbare Beiträge" im klassischen Sinne. Schau mal, ob Dein Versicherer da schon 2026-Vorbereitungsinfos hat – manche haben das schon angepasst.
Mein Tipp: Erst checken, dann rechnen lassen, dann handeln.
Thomas, aus meiner Perspektive ist hier ein integrierter Blick hilfreich. Die klassische LV erfüllt ja möglicherweise neben der Rentenkomponente auch eine Todesfallschutzfunktion – das sollte bei der Entscheidung nicht untergehen.
Wenn die Police primär Sparfunktion ist, könnte eine Auflösung sinnvoll sein. Dann würde ich aber empfehlen: Rückkaufswert nehmen, Steuerpflicht klären (Versicherer gibt Dir die Zahlen), und dann überlegen, ob Du den Betrag gestaffelt ins AVD einzahlst oder als Notfalltopf nebenbei behältst.
Die Förderung über das gesamte Depot-System aufzubauen ist attraktiv. Aber die klassische Police als Todesfall-Komponente separat zu halten – das würde ich nicht leicht aufgeben. Hybridgedanke: Kleine Police behalten, Rest ins AVD.
Wie sieht denn Deine Risikosituation aus?