Hallo zusammen,
ich bin seit Jahren bei einer privaten Rentenversicherung mit Riester-Förderung versichert und zahle monatlich gut 150 Euro ein. Langsam stellt sich mir die Frage: Lohnt sich das wirklich noch oder sollte ich das Geld lieber in sichere Tagesgelder mit besserer Flexibilität stecken?
Mein Problem: Die Versicherung verspricht mir zwar eine garantierte Rente ab 67, aber die Garantiequote ist winzig und die Kosten sind intransparent. Wenn ich beitragsfrei stelle, bleibt mir die Förderung erhalten – aber die Police liegt dann einfach da. Wenn ich kündige, verliere ich zwar die Förderung, bekomme aber noch etwas zurück.
Ab 2027 kommt ja das neue Altersvorsorgedepot und da höre ich überall, dass man dort viel flexibler und günstiger sparen kann. Meine Skepsis: Kann ich die aktuelle Riester-Police irgendwie umwandeln oder sollte ich komplett raus aus diesem System und neu anfangen? Und was ist realistisch: sichere Tagesgelder + neues Depot 2027 oder doch weitermachen mit der klassischen Versicherung?
Freue mich auf ehrliche Meinungen, nicht auf Verkaufsreden.
Hey Klaus, aus meiner 15-Jahres-Erfahrung mit ETF-Sparplänen würde ich sagen: Beitragsfrei stellen, nicht kündigen. Damit verlierst Du nicht die historische Förderung und der Vertrag läuft quasi von alleine.
Die echte Chance liegt aber im Depot 2027. Die Kombinationsmöglichkeiten dort – etwa flexible Entnahmepläne statt starre Rentenzahlungen – sind für jemanden wie Dich, der Sicherheit mit Flexibilität kombinieren will, perfekt. Tagesgeld allein bringt Dir mittelfristig nichts gegen Inflation.
Als Kompromiss könntest Du auch einen Teil ins Depot mit ETF-Strategie, einen Teil in Garantieprodukte beim neuen Anbieter – dann hast Du was von beidem. Schau mal in meinen ältere Threads zu Factor-ETFs und Standard-Depots, vielleicht helfen die Dir beim Setup.
Kundig, aber kurz gesagt: Beitragsfrei stellen, zu 100%. Die ZfA-Verwaltung beim neuen Depot ist deutlich transparenter, und wenn du dort eine ETF-Rente mit 80%-Garantie kombinierst, hast du das Beste aus beiden Welten – Flexibilität + Sicherheit.
Hallo Klaus,
Ich bin in einer ähnlichen Situation wie Du – habe lange Jahre beruflich pausiert und jetzt wieder durchgestartet. Für mich persönlich war klar: Die alte Riester-Police bekommt ab 2027 Konkurrenz, die sie nicht gewinnen kann.
Meine Strategie: Ich habe die alte Police beitragsfrei gestellt (Förderung bleibt, das ist wichtig) und starte ab Januar 2027 parallel mit dem neuen Altersvorsorgedepot. Mit ETF-Sparplänen kann ich dort deutlich flexibler sein und die Sparplanrechner zeigen mir realistische Szenarien mit Inflation einkalkuliert. Die 150 Euro monatlich, die Du zahlst – damit würde ich ab 2027 im Depot viel besser fahren, auch wegen der Gebührendeckelung.
Das Risiko mit reinen Tagesgeldern unterschätze ich nicht. Bei 2-3% Inflation verlierst Du real Kaufkraft. Kombination scheint mir klüger: Alte Police liegen lassen, neue Förderung nutzen.