Hallo zusammen,
ich bin seit 3 Jahren selbständig als Übersetzerin und hab bisher ehrlich gesagt ziemlich wenig für die Altersvorsorge gemacht. Jetzt mit den neuen Gesetzen ab 2027 frag ich mich, welche Möglichkeiten ich überhaupt habe.
Ich schwanke zwischen 800€ und 2.400€ Gewinn im Monat, je nachdem wie viele Aufträge reinkommen. Gerade im Sommer ist oft weniger los, weil viele Firmen in den Urlaub gehen. Da plane ich dann auch meist meine eigene Auszeit.
Bei der Riester-Rente bin ich nicht berechtigt, das hab ich schon gecheckt. Aber wie siehts mit dem neuen Altersvorsorgedepot aus? Kriege ich da als Selbständige auch Zulagen? Oder nur den Steuerbonus?
Und was ist mit der Basisrente (Rürup)? Die gabs ja schon vorher, aber ich blick da nicht ganz durch, ob sich das bei meinem schwankenden Einkommen überhaupt lohnt.
Wäre super, wenn jemand von euch Erfahrungen mit Fördermodellen für Selbständige teilen könnte. Muss ich da bestimmte Fristen beachten oder kann ich noch dieses Jahr anfangen?
Danke schon mal!
Sabine
Moin Sabine,
kann Depot-Pro nur zustimmen. Als Selbständiger habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht.
Ein wichtiger Punkt noch: Bei der Basisrente kannst du aktuell bis zu 27.566€ (2026) absetzen, das sind 94% der Höchstgrenze. Klingt erst mal viel, aber bei deinem Einkommen ist das wahrscheinlich überdimensioniert.
Das neue Altersvorsorgedepot hat den Vorteil, dass du auch mal an dein Geld rankommst, falls es eng wird. Bei Rürup ist das Geld komplett weg bis zur Rente.
Ich würde an deiner Stelle mit dem Altersvorsorgedepot anfangen - 500-800€ jährlich für den Anfang, und wenn das Business läuft, kannst du aufstocken.
Hi Sabine!
Ich bin zwar angestellt, aber hab mich auch schon mal über Selbständigkeit Gedanken gemacht. Was mir aufgefallen ist: Die neuen Regelungen sind echt fair geworden für Selbständige.
Was oft übersehen wird - du kannst auch beides kombinieren! Also z.B. erstmal mit dem geförderten Depot starten und später zusätzlich Basisrente, wenn der Gewinn steigt.
Bei schwankendem Einkommen ist auch wichtig: Du kannst die Förderung immer rückwirkend für das Vorjahr beantragen, bis zur Steuererklärung. Das gibt dir mehr Planungssicherheit.
Und gerade als Übersetzerin - hast du schonmal über ne kleine Betriebsrente nachgedacht? Gibt auch Modelle für Ein-Personen-Unternehmen.
Liebe Sabine,
aus meiner Sicht sollten Sie definitiv das Altersvorsorgedepot vorziehen. Ich beschäftige mich seit Jahren mit diesen Themen und kann Ihnen sagen: Die Basisrente ist oft überschätzt.
Bei Ihrem Einkommensniveau bringt die Rürup-Rente steuerlich nicht viel, dafür sind Sie komplett unflexibel. Das Altersvorsorgedepot hingegen kombiniert staatliche Förderung mit der Möglichkeit, auch mal Geld zu entnehmen.
Wichtiger Hinweis: Als Selbständige sollten Sie auch prüfen, ob eine freiwillige Einzahlung in die gesetzliche Rente Sinn macht. Die Rendite ist derzeit gar nicht schlecht, und Sie bauen Ansprüche auf.
Mein Rat: Starten Sie mit 60€ monatlich ins Altersvorsorgedepot, das reicht für die Grundförderung. Später können Sie immer aufstocken.
Hi Sabine,
als Selbständige hast du beim neuen Altersvorsorgedepot grundsätzlich Anspruch auf die gleiche Förderung wie Angestellte - also die gestaffelte Zulage je nach Einzahlungsbetrag plus Steuervorteile.
Der große Vorteil gegenüber Riester: Du musst nicht pflichtversichert sein. Das war ja bisher das Hauptproblem für Selbständige.
Bei schwankendem Einkommen würde ich eine flexible Strategie empfehlen: In guten Monaten mehr einzahlen, in schwächeren weniger. Die Mindesteinzahlung liegt bei 240€ jährlich für die Grundzulage.
Zur Basisrente: Die ist steuerlich oft interessanter, wenn du hohe Gewinne hast (über 50k/Jahr). Bei deinem Einkommensbereich könnte das Altersvorsorgedepot die bessere Wahl sein, weil flexibler.
Fristen: Du kannst noch bis Jahresende 2026 starten und trotzdem die volle Förderung für 2026 mitnehmen. Das ist entspannter als bei Riester.