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Auslandsjahr 2027: Förderung einfach pausieren oder trotzdem einzahlen?

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Heinrich67
Beiträge: 16
Themenstarter
(@heinrich67)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen
[#44]

Hallo zusammen,

ich plane für 2027 ein längeres Auslandsjahr – wahrscheinlich ab Frühjahr für etwa 10 bis 12 Monate. Ich arbeite dann weiterhin für meinen deutschen Arbeitgeber, nur eben remote von Portugal oder Spanien aus. Den genauen Status muss ich noch mit der Personalabteilung klären, aber grundsätzlich soll ich steuerlich in Deutschland angemeldet bleiben.

Jetzt frage ich mich, was das für das neue Altersvorsorgedepot bedeutet, das ja ab 01.01.2027 startet. Ich hatte eigentlich vor, von Anfang an dabei zu sein. Aber wenn ich im Ausland lebe – verliere ich dann die Förderung? Oder läuft die einfach weiter, solange ich in Deutschland steuerpflichtig bin?

Ich hab gelesen, dass die Förderung an die unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland geknüpft sein soll. Aber was genau bedeutet das in der Praxis, wenn man zum Beispiel einen deutschen Wohnsitz behält (Wohnung bleibt vermietet oder ich meld mich nicht ab)?

Und falls die Förderung tatsächlich wegfällt: Lohnt es sich dann trotzdem, den Eigenbeitrag ohne staatliche Zulagen weiterzuzahlen, damit das Depot nicht brach liegt? Oder ist es besser, einfach zu pausieren und 2028 neu einzusteigen?

Ich wäre dankbar für Erfahrungen oder Einschätzungen – auch wenn das neue Depot ja erst 2027 losgeht und die wenigsten hier konkreten Praxiserfahrungen haben werden. Vielleicht hat jemand schon ähnliche Situationen mit Riester und Auslandsaufenthalten erlebt?

Gruß,
Heinrich67


3 Antworten
Lisa-Weber
Beiträge: 30
(@lisa-weber)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Wie Gnter oben schon schreibt: Die 183-Tage-Regel ist hier wirklich der entscheidende Punkt, den man nicht unterschätzen sollte. Ich hab mich im Zusammenhang mit der Elternzeit-Thematik intensiver mit den Fördervoraussetzungen beschäftigt – da ging es zwar um eine andere Lebenssituation, aber die Systematik ist ähnlich: Es zählt immer der konkrete Status im jeweiligen Beitragsjahr.

Zu deiner zweiten Frage, ob man ohne Förderung trotzdem weitereinzahlen sollte: Das hängt davon ab, wie hoch dein Grenzsteuersatz ist und ob der Sonderausgabenabzug für dich überhaupt noch greift, wenn du im Ausland lebst. Wenn beides wegfällt, zahlt man schlicht in ein normales steuerbegünstigtes Depot ein – was nicht schlimm ist, aber eben der halbe Effekt. Ein kurzes Pausieren für ein Jahr dürfte dem langfristigen Ergebnis kaum schaden, wenn du danach konsequent weitermachst.

Mein Rat: Vor dem Auslandsjahr den genauen steuerlichen Status schriftlich klären (am besten Lohnsteuerauskunft beim Finanzamt oder Steuerberater), damit du beim Anbieter korrekte Angaben machen kannst. Im Zweifel lieber pausieren als falsche Angaben beim Förderantrag riskieren – das kann nämlich zur Rückforderung führen.


Antwort
Gnter67
Beiträge: 32
(@gnter67)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Gute Frage, Heinrich – das Thema Ausland und Förderung ist tatsächlich eine der Knackpunkte beim neuen Depot.

Solange du in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig bleibst (also deinen deutschen Wohnsitz behältst und dich nicht abmeldest), sollte die Förderung dem Grunde nach weiter möglich sein. Das war beim alten Riester-System grundsätzlich ähnlich: Es kam immer darauf an, ob der Hauptwohnsitz Deutschland war und ob man hier zur Einkommensteuer veranlagt wurde.

Beim neuen Altersvorsorgedepot ab 2027 dürfte das ähnlich geregelt sein – ich würde aber dringend empfehlen, das vor dem Aufbruch mit einem Steuerberater abzuklären, weil die Details (z.B. ob Portugal als Steuerdomizel gilt, wenn du dort länger als 183 Tage bist) entscheidend sein können. Das 183-Tage-Prinzip kann dazu führen, dass du als in Portugal steuerpflichtig giltst – selbst wenn du dich in Deutschland nicht abmeldest.

Ich hab mich in diesem Forum schon mal mit ähnlichen Grundsatzfragen beschäftigt, zum Beispiel Steuervorteil oder Flexibilität - was wiegt schwerer beim neuen Depot? – da ging's zwar nicht um Ausland, aber die Logik hinter der Förderung ist dieselbe.

Kurzfassung: Wohnsitz halten + deutsche Steuerpflicht sicherstellen = Förderung wahrscheinlich möglich. Aber unbedingt professionell prüfen lassen, bevor du aufbrichst.


Antwort
VorsorgeNeuling
Beiträge: 19
(@vorsorgeneuling)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Ich kenn mich mit dem Auslandsthema ehrlich gesagt kaum aus, aber eine Sache würde mich interessieren: Wenn die Förderung tatsächlich wegfällt während des Auslandjahres – verliert man dann auch rückwirkend was, oder nur für das Jahr selbst?

Ich hab mir bei mir schon überlegt wie flexibel das Depot bei Unterbrechungen ist, gerade weil ich hier schon mal gefragt hatte ob sich das Depot bei kurzer Laufzeit lohnt. Ich glaub pausieren geht problemlos, aber ob das dann Auswirkungen auf frühere Förderungen hat, weiß ich nicht.

Vielleicht kann da jemand mit mehr Ahnung was dazu sagen?


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