Hallo zusammen,
bin gerade am Planen für nächstes Jahr und hab eine Frage zur Kombination von doppelter Haushaltsführung und dem neuen Altersvorsorgedepot. Ich werde wahrscheinlich im August beruflich nach München wechseln müssen, meine Frau und Kinder bleiben aber erstmal in Stuttgart wohnen (Schule etc.).
Jetzt hab ich gelesen, dass sich die Förderung beim neuen Depot ja nach dem zu versteuernden Einkommen richtet. Bei doppelter Haushaltsführung kann ich ja einiges absetzen - Zweitwohnung, Fahrtkosten, doppelte Miete usw. Das senkt mein zvE erheblich.
Meine Frage: Führt das niedrigere zu versteuernde Einkommen dann automatisch zu einer höheren staatlichen Förderung beim Altersvorsorgedepot? Oder wird da anders gerechnet?
Und noch was: Lohnt es sich eventuell, die Einzahlung ins Depot zeitlich so zu legen, dass sie in das Jahr mit der niedrigsten Steuerlast fällt? Also praktisch die doppelte Haushaltsführung und die Altersvorsorge-Strategie aufeinander abzustimmen?
Würde mich über eure Erfahrungen freuen, falls schon jemand ähnliche Überlegungen angestellt hat.
Gruß
Werner
Hey Werner,
krass, genau die gleiche Situation hab ich auch vor mir! Nur andersrum - ich zieh von München nach Hamburg.
Was Gerhard schreibt macht Sinn, aber ich würd noch einen Punkt ergänzen: Du solltest auch checken, ob sich durch den Umzug dein Bundesland ändert und ob das Auswirkungen hat. Wobei bei München/Stuttgart bleibt's ja in Bayern/BW.
Ich hab mal durchgerechnet und bei mir macht die Kombi echt was aus. Allein die Zweitwohnung kostet mich 800€/Monat, das sind fast 10k im Jahr die vom zvE runter gehen. Bei der degressiven Förderung vom neuen Depot könnte das nen spürbaren Unterschied machen.
Aber wie gesagt - lass dich beraten. Ich hab auch schon mal wegen der EU-Geschichte nachgefragt in nem anderen Thread, da wird sich noch einiges ändern bis 2027.
Viel Erfolg!
Felix
Hallo Werner,
da sprechen Sie ein interessantes Thema an. Nach meinem Verständnis der bisherigen Gesetzesentwürfe wird die Förderung tatsächlich auf Basis des zu versteuernden Einkommens berechnet. Das heißt, wenn Sie durch die doppelte Haushaltsführung Ihr zvE senken können, sollte sich das positiv auf die Förderhöhe auswirken.
Bei meiner damaligen Recherche zu Riester-Alternativen bin ich auch auf solche Kombinationseffekte gestoßen. Die Systematik scheint ähnlich zu funktionieren.
Zum Timing der Einzahlung: Das könnte durchaus sinnvoll sein, allerdings würde ich empfehlen, sich steuerlich beraten zu lassen. Die Wechselwirkungen zwischen Sonderausgaben, Werbungskosten und der neuen Förderung sind komplex.
Ein Punkt noch: Bedenken Sie, dass die doppelte Haushaltsführung zeitlich begrenzt sein sollte. Das Finanzamt akzeptiert das meist nur für einen überschaubaren Zeitraum.
Beste Grüße
Gerhard