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Beitragspause wegen Urlaub/Renovierung – wie flexibel ist das Depot wirklich?

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Julia K.
Beiträge: 36
Themenstarter
(@juliak82)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#55]

Hallo zusammen,

ich plane gerade meinen Sommer und stehe vor ein paar finanziellen Entscheidungen, bei denen ich mir noch nicht sicher bin wie sich das mit dem neuen Altersvorsorgedepot ab 2027 verträgt.

Konkret: Ich hätte gerne die Möglichkeit, meine monatlichen Beiträge wirklich flexibel zu gestalten. Also nicht nur theoretisch, sondern praktisch. Zum Beispiel: Wenn ich im Sommer mehr Ausgaben habe (Urlaub, bei mir steht auch eine Balkon-Sanierung an), kann ich dann einfach für 2-3 Monate weniger einzahlen oder sogar komplett pausieren ohne dass mir die Förderung für das ganze Jahr flöten geht?

Und andersrum: Wenn ich mal einen guten Monat hatte, kann ich dann auch mehr einzahlen und das quasi als "Nachzahlung" für schlechtere Monate nutzen? Oder gibt es da irgendwelche Obergrenzen im Monat?

Ich frage mich auch ob es Unterschiede gibt je nach Anbieter, also ob das wirklich im Gesetz geregelt ist oder ob da jeder Anbieter seine eigenen Regeln macht. Das wäre nämlich ein wichtiges Kriterium für mich bei der Anbieterwahl.

Hat sich damit jemand schon genauer beschäftigt? Ich finde das in den offiziellen Infos immer sehr schwammig formuliert.

Danke schon mal!
Julia


5 Antworten
Markus F.
Beiträge: 35
(@depotdaddy42)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Hi Julia,

also kurz gesagt: ja, die Flexibilität ist meines Wissens gesetzlich verankert und einer der großen Unterschiede zu Riester. Du bist nicht an fixe Monatsraten gebunden.

Was die Förderung angeht – die wird aufs Kalenderjahr gerechnet. Sprich: ob du jeden Monat 100€ einzahlst oder im Dezember 1200€ auf einmal, sollte für den Förderanspruch eigentlich keinen Unterschied machen, solange du den Mindestbeitrag übers Jahr schaffst.

Nachzahlungen für bessere Monate: auch möglich, du kannst ja jederzeit Einmalbeträge drauflegen, zumindest bis zum steuerlich relevanten Jahresmaximum. Ich hab mich da beim Thema Inflation und Kaufkraft schon Gedanken gemacht – gerade wegen solcher unregelmäßiger Einzahlmuster ist eine langfristige Strategie wichtig.

Einen Punkt würd ich aber ergänzen: Die Obergrenzen für steuerliche Absetzbarkeit gelten natürlich trotzdem pro Jahr. Also unbegrenzt nachzahlen geht nicht – man kann nur bis zum Förderhöchstbetrag wirklich was optimieren.


Antwort
Walter S.
Beiträge: 37
(@walterschmidt)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Guten Tag Julia,

das ist eine Frage, mit der ich mich auch schon etwas beschäftigt habe, auch wenn das neue Depot ja noch nicht gestartet ist.

Nach meinem Verständnis des Reformgesetzes ist die Flexibilität tatsächlich ein zentrales Merkmal des neuen Altersvorsorgedepots – also bewusst anders als früher bei der Riester-Rente, wo Beitragspausen schnell zu Problemen mit der Förderung geführt haben. Beim neuen Modell soll die Förderung grundsätzlich am Jahresbeitrag hängen, nicht daran ob man jeden Monat gleichmäßig einzahlt.

Das würde bedeuten: Wenn du im Sommer weniger oder gar nichts einzahlst, aber übers Jahr gesehen noch genug zusammenkommt um den Mindestbetrag für die volle Förderung zu erreichen, sollte das kein Problem sein. Die genaue Schwelle liegt soweit ich weiß beim Sockelbeitrag, der aktuell diskutiert wird.

Zur Frage ob das anbieterabhängig ist: Das Grundprinzip ist gesetzlich geregelt, aber Anbieter könnten intern unterschiedliche technische Umsetzungen haben (z.B. ob Einmalzahlungen problemlos buchbar sind). Das lohnt sich beim Vergleich wirklich zu prüfen. Ich hatte dazu auch schon im Thread Erste Einzahlung gemacht – was passiert jetzt eigentlich? ein paar Gedanken geteilt.

Viele Grüße,
Walter


Antwort
LauraK
Beiträge: 44
(@laurak)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Ich hab mich damit auch schon beschäftigt, weil ich beim Thema Sparrate selbst lange überlegt habe wie ich das realistisch plane (dazu auch mal was im Thread Erste Sparrate festlegen geschrieben).

Was ich dort mitgenommen habe: Gerade weil das Leben nunmal nicht planbar ist – Urlaub, unvorhergesehene Ausgaben, Renovierung usw. – war die Riester-Starrheit ein echtes Problem für viele. Das neue Depot soll da deutlich kulanter sein.

Aber ich würde einen kleinen Vorbehalt anbringen: "Flexibilität" heißt nicht zwingend, dass jeder Anbieter das gleich einfach umsetzt. Manche könnten z.B. trotzdem einen Mindest-Dauerauftrag verlangen oder Einmalzahlungen komplizierter machen als nötig. Das ist dann keine gesetzliche Einschränkung, aber eine praktische. Deshalb würde ich beim Anbietervergleich gezielt fragen: Kann ich monatliche Beiträge per App anpassen? Sind Einmalzahlungen jederzeit möglich? Das können entscheidende Kriterien sein.


Antwort
Depot-Pro28
Beiträge: 60
(@depot-pro28)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Da muss ich LauraK teilweise widersprechen – oder zumindest ergänzen.

Die Frage ob ein Anbieter einen Mindest-Dauerauftrag verlangt ist nicht nur ein technisches Detail sondern kann tatsächlich relevant sein für die Förderprüfung. Konkret: Wenn ein Anbieter technisch nur Daueraufträge kennt und keine Einmalzahlungen, könnte das die Flexibilität faktisch einschränken auch wenn das Gesetz sie erlaubt.

Zum eigentlichen Thema: Der gesetzliche Rahmen sieht vor, dass Beiträge im Rahmen des jährlichen Fördermaximums frei gestaltbar sind. Eine Mindesteinzahlung pro Monat ist nicht vorgesehen – maßgeblich ist das Jahresvolumen. Der Sockelbetrag (bisher diskutiert waren ca. 60€ im Jahr) muss erreicht werden um überhaupt Förderanspruch zu haben, aber das ist eine sehr niedrige Hürde.

Was Obergrenzen angeht: Der steuerlich absetzbare Höchstbetrag liegt voraussichtlich bei 3.000€ pro Jahr (Stand aktueller Gesetzesentwurf, kann sich noch ändern). Darüber hinaus kannst du theoretisch mehr einzahlen, bekommst aber keine zusätzliche steuerliche Förderung dafür. Ob das sinnvoll ist, hängt von deiner Gesamtsituation ab – ich hab zu Kostenthemen schon was geschrieben im Thread Kosten im ersten Jahr.


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