Hallo zusammen,
ich bin jetzt seit Anfang 2027 dabei und zahle monatlich in mein Altersvorsorgedepot ein, immer so, dass ich die volle Grundzulage mitnehme. Nach einem halben Jahr möchte ich mal meine Erfahrungen teilen, speziell zur Frühstart-Rente – weil ich das Gefühl habe, dass das viele unterschätzen oder gar nicht auf dem Schirm haben.
Der Einstieg war ehrlich gesagt einfacher als ich dachte. Die Produktregeln beim Altersvorsorgedepot sind zwar am Anfang etwas verwirrend, aber wenn man erstmal verstanden hat, welche Produktkategorien zugelassen sind und wie die Zulage berechnet wird, läuft das eigentlich ziemlich rund.
Was mich wirklich überrascht hat: Der Unterschied zwischen einem frühen Einstieg (also so Mitte/Ende 20) und einem späteren Einstieg ist bei der Frühstart-Rente erheblich. Der Zinseszinseffekt über die langen Laufzeiten ist nicht zu unterschätzen. Ich habe das mal grob durchgerechnet und der Effekt ist deutlich spürbar.
Meine Frage an euch: Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Vor allem würde mich interessieren, ob jemand schon konkret verglichen hat, was der Unterschied ist wenn man sagen wir mit 25 vs. mit 35 einsteigt – bezogen auf die Frühstart-Rente und die Grundzulage kombiniert. Gibt es da Faustformeln oder verlässliche Rechner die das abbilden?
Besonders für die Jüngeren hier: Nicht zögern, der frühe Einstieg macht wirklich einen Unterschied.
Aus Sicht der Zulagenanrechnung durch die ZfA ist der Einstiegszeitpunkt übrigens auch insofern relevant, als dass die beitragsproportionale Anrechnung über mehr Jahre läuft – und damit auch die Grundzulage öfter fließt. Das klingt trivial, aber wenn man das über 40 Jahre aufsummiert statt über 30, ist das ein substanzieller Unterschied bei der staatlichen Förderung allein.
Was ich beim Anbietervergleich festgestellt habe: Nicht alle Depot-Anbieter bilden das in ihren Hochrechnungstools korrekt ab. Manche rechnen einfach mit einem pauschalen Betrag pro Jahr ohne die tatsächliche ZfA-Logik dahinter. Das kann dann irreführend sein.
Zur Frühstart-Rente im Speziellen: Ich habe noch keine belastbaren Zahlen gesehen, die den konkreten Bonus gegenüber einem späteren Einstieg in Euro quantifizieren. Wer da eine offizielle Quelle kennt, gern her damit.
Danke für den Erfahrungsbericht, Klaus. Den Zinseszinseffekt kann ich grundsätzlich bestätigen – das ist auch mathematisch gut belegbar.
Zur Frage nach verlässlichen Rechnern: ich hab mich in meinem Thread zu Renditerechner fürs AVD 2027: Inflation und Zinsen korrekt einbauen? schon ausführlicher damit beschäftigt. Das Problem ist, dass die meisten einfachen Rechner die Inflation nicht sauber einrechnen und damit den Realwert der Förderung verzerren.
Für den Vergleich 25 vs. 35 Jahre Einstiegsalter bei der Frühstart-Rente würde ich folgendes empfehlen: Nimm einen Rechner, der nominale und reale Rendite getrennt ausweist. Bei 10 Jahren Differenz im Einstiegszeitpunkt und einer angenommenen Realrendite von 3-4% p.a. nach Kosten beträgt der Unterschied im Endkapital grob 30-40%. Das ist ordentlich. Aber Achtung – das gilt nur wenn die Beiträge konstant bleiben und die Grundzulage vollständig ausgeschöpft wird. Beides ist in der Praxis nicht immer gegeben.
Interessantes Thema. Ich beschäftige mich gerade damit, ob das neue Depot wirklich besser ist als mein alter Riester-Vertrag – und genau diese Frühstart-Frage spielt da auch eine Rolle für mich.
Was ich bisher herausgefunden habe: Die Grundzulage ist beim Altersvorsorgedepot 2027 ja deutlich attraktiver als beim alten Riester, und kombiniert mit der Frühstart-Rente für jüngere Einsteiger ergibt das einen echten Hebel. Das Problem bei Riester war immer, dass die Produktkosten den Fördereffekt oft fast aufgefressen haben.
Ich bin gerade noch dabei die Kostenstrukturen zu vergleichen. Habe beim Online-Anbieter meines Vertrauens ein Standarddepot – die Effektivkosten sind deutlich niedriger als bei meinem alten Riester-Vertrag. Das macht bei 30+ Jahren Laufzeit einen riesigen Unterschied, mindestens so groß wie der Einstiegszeitpunkt.
Also kurz gesagt: Früher Einstieg ja, aber mindestens genauso wichtig sind möglichst geringe Produktkosten. Beides zusammen ist das Optimum.