Hallo zusammen,
da das neue Altersvorsorgedepot 2027 ja bald startet, beschäftige ich mich schon mal intensiv mit der ETF-Auswahl. Mir ist wichtig, dass mein Geld nicht in klimaschädliche Unternehmen oder fragwürdige Branchen fließt.
Bei den ganzen ESG-ETFs verliere ich aber den Überblick. Da gibt es ja MSCI World SRI, den iShares MSCI World ESG Enhanced, Vanguard ESG und noch viele andere. Manche schließen nur Waffen und Tabak aus, andere haben strengere Kriterien.
Was mich besonders irritiert: Ich hab gelesen, dass manche "nachhaltigen" ETFs trotzdem noch Tesla oder Amazon enthalten, obwohl die nicht gerade für Nachhaltigkeit bekannt sind. Wie kann ich herausfinden, welche ETFs wirklich meinen Werten entsprechen?
Und noch eine praktische Frage: Sind die ESG-Varianten eigentlich deutlich teurer als normale ETFs? Mir ist Nachhaltigkeit wichtig, aber ich will auch nicht unnötig Rendite verschenken für meine Altersvorsorge.
Plane übrigens, im Herbst anzufangen zu sparen - nutze den Sommer noch für die Recherche 😉
Vielen Dank für eure Erfahrungen!
Hi LaraKoch, das Thema ESG ist wirklich komplex! Hab mich auch schon damit beschäftigt, nachdem ich hier im Forum über die Steuervorteile gelesen hatte.
Zu deinen Fragen: Die TER-Unterschiede sind meist minimal - oft nur 0,05-0,15% mehr als bei Standard-ETFs. Bei 30+ Jahren Anlage kann sich das aber schon summieren.
Wichtig ist der Unterschied zwischen Ausschluss-ETFs (schließen nur bestimmte Branchen aus) und Best-in-Class-ETFs (wählen die "besten" Unternehmen jeder Branche). Deshalb findest du auch Tesla in ESG-ETFs - die gelten als "beste" Autoaktie in Sachen Nachhaltigkeit.
Mein Tipp: Schau dir die Holdings der ETFs direkt auf den Anbieter-Websites an. Da siehst du genau, welche Unternehmen drin sind.
Guten Tag Frau Koch,
aus meiner Erfahrung heraus - ich habe bereits den Wechsel von Riester geplant - kann ich Ihnen den MSCI World SRI empfehlen. Dieser hat strenge Ausschlusskriterien und eine solide Performance.
Wichtig ist meiner Ansicht nach auch die Unterscheidung zwischen verschiedenen ESG-Ansätzen:
- SRI (Socially Responsible Investment): Strengere Ausschlüsse
- ESG Enhanced: Übergewichtung nachhaltiger Unternehmen
- Best-in-Class: Beste Unternehmen jeder Branche
Die Mehrkosten von 0,1-0,2% p.a. sind aus meiner Sicht vertretbar, wenn Ihnen Nachhaltigkeit wichtig ist. Bei einem 30-jährigen Sparhorizont macht das etwa 3-5% Unterschied beim Endkapital aus.
Ein Blick ins Factsheet der ETFs verrät Ihnen die genauen Kriterien. Gute Vorbereitung ist das A und O!
Ehrlich gesagt bin ich bei ESG-ETFs skeptisch. Viele sind doch nur Greenwashing und am Ende hast du trotzdem die gleichen Mega-Caps drin wie im normalen MSCI World.
Wenn dir Nachhaltigkeit wirklich wichtig ist, dann investier lieber direkt in Einzelaktien von Unternehmen, die du kennst und deren Geschäftsmodell du gut findest. Bei ETFs zahlst du nur mehr Gebühren für ein gutes Gewissen, das möglicherweise gar nicht berechtigt ist.
Für die Altersvorsorge würd ich eher auf maximale Rendite setzen und das gesparte Geld dann später für nachhaltige Projekte spenden. Aber das ist nur meine Meinung.