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Thesaurierend oder ausschüttend im Altersvorsorgedepot – was passt wirklich?

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VorsorgeProfi47
Beiträge: 4
Themenstarter
(@vorsorgeprofi47)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen
[#36]

Hallo zusammen,

ich plane gerade recht intensiv meine Strategie fürs neue Altersvorsorgedepot 2027 und stecke bei einer Frage fest, bei der ich mich im Kreis drehe.

Bei einem normalen Broker ist die Antwort ja meistens klar: thesaurierend wegen Zinseszinseffekt, Vorabpauschale ist eh überschaubar, und man muss sich nicht um Wiederanlage kümmern. Aber beim Altersvorsorgedepot 2027 mit seiner steuerlichen Förderung und den speziellen Entnahmeregelungen bin ich mir nicht mehr sicher, ob diese Logik noch genauso gilt.

Konkret frage ich mich:
1. Macht es bei der staatlichen Förderung einen Unterschied, ob ich Ausschüttungen bekomme oder der ETF sie intern reinvestiert?
2. Wie wird mit Ausschüttungen im geförderten Depot überhaupt umgegangen – fließen die automatisch wieder rein, oder wird das komplizierter?
3. Hat thesaurierend im Altersvorsorgedepot wirklich noch einen Steuervorteil, oder ist das durch die Förderstruktur ohnehin egalisiert?

Ich habe mir in letzter Zeit ziemlich viel angelesen, aber zu diesem konkreten Punkt finde ich wenig Belastbares. Die meisten Artikel behandeln den Thesaurierer-Vorteil für normale Depots – das nützt mir hier nur bedingt.

Wer hat sich damit schon auseinandergesetzt und kann das für das Altersvorsorgedepot einordnen? Würde mich freuen wenn hier jemand Klarheit reinbringen kann.

Gruß, VorsorgeProfi47


3 Antworten
TomStock_99
Beiträge: 6
(@tomstock_99)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Ich seh das ein bisschen anders als Klaus oben. Der Komfortfaktor ist zwar real, aber ich find die Frage nach Thesaurierer vs. Ausschütter für das Altersvorsorgedepot noch aus einem anderen Grund interessant: der Entnahmephase.

Ich hab mich in letzter Zeit viel mit Inflationsszenarien beschäftigt (u.a. im Inflations-Thread hier) und dabei überlegt: wenn man im Alter regelmäßig Geld braucht, können Ausschüttungen eigentlich gar nicht so schlecht sein. Man muss dann nicht aktiv verkaufen, um an Cash zu kommen – die Dividenden fließen automatisch. Das reduziert das Sequence-of-Returns-Risiko ein wenig, weil man bei schlechten Märkten nicht zwingend Anteile zu Tiefstkursen verkaufen muss.

In der Ansparphase über 20-30 Jahre – ja, da sehe ich kaum Argument für Ausschütter. Aber wenn man sich die Entnameseite vorstellt, klingt ein ausschüttender ETF für manche Leute gar nicht so dumm. Ob das Altersvorsorgedepot hier besondere Regeln hat (z.B. ob Ausschüttungen automatisch reinvestiert werden müssen oder ausgezahlt werden dürfen), weiß ich leider auch nicht genau. Das wäre für mich die entscheidende Info.


Antwort
H.Weber
Beiträge: 21
(@h-weber)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Ich glaub für die meisten Sparer ist das ehrlich gesagt Überoptimierung. Solange man überhaupt anfängt und regelmäßig einzahlt, macht der Unterschied zwischen den zwei Varianten auf 30 Jahre weniger aus als die Sparrate selbst. Hab das ähnlich schonmal geschrieben als jemand fragte ob man mit wenig Geld überhaupt anfangen soll – da ist Disziplin wichtiger als die perfekte Produktwahl.


Antwort
Klaus_1975
Beiträge: 4
(@klaus_1975)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Die Frage ist berechtigt, und ich hab mir das auch schon durch den Kopf gehen lassen – ich bin ja selbst gerade dabei, meine ETF-Auswahl fürs 2027er Depot vorzubereiten (hatte dazu auch schon im MiFID II-Thread geschrieben, weil die Produktauswahl da direkt reinspielt).

Mein aktueller Stand: Im geförderten Depot dürfte der klassische Thesaurierer-Vorteil aus dem normalen Depot tatsächlich weniger stark greifen. Der Grund: Im Altersvorsorgedepot wird die Besteuerung grundsätzlich auf die Auszahlungsphase verschoben. Das heißt, laufende Erträge – egal ob ausgeschüttet oder thesauriert – werden während der Ansparphase steuerlich anders behandelt als im normalen Depot.

Der Vorteil des Thesaurierers im normalen Depot entsteht ja hauptsächlich durch den Steuerstundungseffekt: keine sofortige Abgeltungssteuer auf Dividenden. Wenn dieser Mechanismus im Altersvorsorgedepot ohnehin durch die Förderstruktur abgedeckt wird, schrumpft der Unterschied erheblich.

Praktisch würde ich aber trotzdem zum Thesaurierer tendieren, schon aus dem simplen Grund: weniger manuelle Wiederanlage, weniger Aufwand, weniger Reibungsverluste. Aber das ist eher ein Komfortargument als ein echter Steuervorteil.

Zur Frage wie Ausschüttungen im geförderten Depot behandelt werden – da warte ich ehrlich gesagt selbst noch auf verlässliche Infos. Die Details stehen meines Wissens noch nicht final im Gesetzestext.


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