Hi zusammen,
beschäftige mich gerade mit der neuen Altersvorsorge für 2027 und überlege, wie ich mein Portfolio aufstellen soll. Bin 48 und hab noch ca. 17 Jahre bis zur Rente, also eigentlich noch genug Zeit.
Mein Plan wäre: 60% ETF World, 20% EM ETF und eben 20% Einzelaktien. Bei den Einzelaktien würde ich auf solide Dividendenwerte setzen - Coca Cola, Microsoft, Nestlé, SAP usw. Also nichts exotisches, sondern etablierte Unternehmen.
Meine Frau meint, das wär zu riskant für die Altersvorsorge. Soll lieber alles in ETFs. Aber ich denk mir, bei 17 Jahren kann man schon etwas mehr Risiko eingehen, oder? Gerade im Sommer hab ich mehr Zeit mich mit den Unternehmen zu beschäftigen, Geschäftsberichte zu lesen usw.
Wie seht ihr das? Sind 20% Einzelaktien unverantwortliches Zocken oder eine legitime Renditechance bei ausreichend Zeit? Hatte auch überlegt, mit 10% anzufangen und dann zu schauen...
Gruß Werner
Werner, aus meiner Sicht ist das vertretbar. Bei 17 Jahren Anlagehorizont kann man durchaus 20% Einzelaktien wagen, vorausgesetzt man streut breit genug.
Die Unternehmen die Sie nennen sind solide Dividendenaristokraten mit stabilen Geschäftsmodellen. Das ist kein Zocken, sondern eine durchdachte Beimischung für potentiell höhere Renditen.
Ein paar Überlegungen: Begrenzen Sie sich auf maximal 8-10 Einzelpositionen, streuen Sie über verschiedene Branchen und Regionen. Und ganz wichtig - bleiben Sie dabei, auch wenn mal ein Jahr schlecht läuft.
Ich würde sogar sagen: Lieber 20% durchdachte Einzelaktien als irgendwelche Sektor-ETFs oder exotische Themen-ETFs. Da haben Sie mehr Kontrolle über das was Sie kaufen.
Moin Werner,
kann H.Bergmann nur zustimmen. 20% sind bei deinem Alter völlig ok, solang du nicht wild rumzockst.
Hab das ähnlich gemacht - auch mit soliden Werten angefangen. Microsoft läuft bei mir seit Jahren super, SAP auch stabil. Wichtig ist halt dass du nicht panisch verkaufst wenn's mal 20% runter geht.
Tipp: Vielleicht machst du einen Sparplan draus? Also nicht alles auf einmal, sondern jeden Monat bisschen in die Einzelaktien. Dann kriegst du auch verschiedene Einstiegskurse mit.
Hi Werner,
kann dich gut verstehen! Ich hab damals bei meiner Erbe-Anlage auch überlegt, einen Teil in Einzelaktien zu stecken.
20% find ich bei deinem Zeithorizont völlig in Ordnung, wenn du dich wirklich damit beschäftigst. Die Namen die du nennst sind ja auch nicht irgendwelche Pennystocks. Microsoft und SAP haben sich über Jahre bewährt.
Vielleicht könntest du einen Kompromiss mit deiner Frau finden: Start mit 10% wie du sagst, und schauen wie es läuft. Nach einem Jahr dann entscheiden ob du aufstockst. So hab ich das auch gemacht und bin ganz zufrieden.
Wichtiger ist meiner Meinung nach die Diversifikation innerhalb der 20%. Also nicht alles in Tech oder nur deutsche Aktien.