Hallo zusammen,
werde im Juli 27 und hab jetzt endlich mein Altersvorsorgedepot eingerichtet. Bespare seit drei Monaten einen MSCI World ETF mit 400€ monatlich. Läuft soweit gut.
Jetzt bin ich aber unsicher wegen dem Notfallfonds. Überall liest man "3-6 Monatsausgaben auf dem Tagesgeld". Bei mir wären das ca. 6.000-12.000€. Das ist schon ordentlich viel Geld, was da rumliegt und null Zinsen bringt.
Meine Situation: Unbefristeter Job im öffentlichen Dienst, relativ sicher. Lebe zur Miete, Auto ist abbezahlt. Keine größeren Ausgaben geplant, außer vielleicht im August eine Woche Urlaub in Italien.
Wie handhabt ihr das? Reichen bei nem sicheren Job vielleicht auch 4.000€ Notreserve? Oder sollte ich eher mehr zurücklegen, weil man nie weiß was kommt (Klimaanlage kaputt, unerwartete Reparaturen...)?
Ich schwanke zwischen "lieber zu viel als zu wenig" und "das Geld arbeitet nicht für mich". Was ist euer Sweet Spot?
Danke für eure Erfahrungen!
Laura
Moin Laura,
aus Erfahrung kann ich dir sagen: lieber etwas zu viel als zu wenig. Ich hatte vor 2 Jahren eine Phase mit mehreren größeren Ausgaben gleichzeitig - defekte Waschmaschine, Zahnarzt und dann noch Probleme mit der Heizung im Winter. Da waren schnell 3.000€ weg.
Bei deinen 400€ Sparrate würde ich 8.000-10.000€ als Notfonds empfehlen. Das entspricht etwa 5-6 Monaten und gibt dir wirklich Ruhe. Das bisschen weniger Rendite verschmerzt man leichter als den Stress, wenn das Geld knapp wird.
Übrigens: auch bei Insolvenzschutz hatte ich mich mal informiert - ETFs sind zwar sicher, aber im Notfall dauert der Zugriff länger als beim Tagesgeld.
Hallo Laura,
aus meiner Sicht sind bei deiner Situation 4.000-6.000€ völlig ausreichend. Öffentlicher Dienst ist schon sehr sicher, da brauchst du nicht das Maximum ansparen.
Ich handhabe es so: 3 Monatsausgaben fest auf dem Tagesgeld, den Rest investiere ich. Bei unvorhergesehenen größeren Ausgaben kann man im Notfall auch mal den Dispo nutzen und dann aus dem Depot nachfinanzieren.
Das mit der Klimaanlage ist übrigens ein guter Punkt - hatte letztes Jahr auch eine defekte Anlage und das ging richtig ins Geld. Aber dafür reichen 5.000€ Puffer normalerweise.
Mein Tipp: Fang mit 5.000€ an und schau wie du dich dabei fühlst. Du kannst ja später immer noch anpassen.
Hey Laura,
@Frank_78: Dispo als Notreserve finde ich persönlich zu riskant. Die Zinsen sind einfach zu hoch.
Ich würde bei deiner Sicherheit im Job trotzdem bei 6 Monatsausgaben bleiben. Klar, das Geld "arbeitet" nicht, aber es gibt dir eben auch die Ruhe, langfristig zu denken. Wenn du weißt, dass du für alle Eventualitäten gerüstet bist, kannst du beim Altersvorsorgedepot entspannter bleiben - auch wenn die Märkte mal runtergehen.
400€ monatlich ist schon sehr gut mit 27! Lass die Notreserve komplett und konzentrier dich aufs Durchhalten beim Sparen.
6 Monatsausgaben sind Standard, würde ich auch so machen. Öffentlicher Dienst hin oder her - Murphy's Law gilt immer 😉
Bei der aktuellen Hitze überlege ich auch gerade ob unsere alte Klimaanlage den Sommer übersteht...