Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade intensiv mit der Strategie für mein künftiges Altersvorsorgedepot ab 2027 und stolpere immer wieder über die Frage der Stop-Loss-Orders. Während meiner bisherigen Anlagezeit habe ich bei meinen privaten ETF-Sparplänen nie Stop-Loss verwendet - einfach stur durchgespart.
Aber jetzt bei der Altersvorsorge bin ich unsicher: Einerseits ist der Anlagehorizont ja super lang (noch 9 Jahre bis zur Rente), andererseits ist das staatlich geförderte Geld und ich möchte keine größeren Verluste riskieren. In den letzten Wochen, wo die Märkte wieder etwas volatiler werden und man sich schon Gedanken über die Sommerflaute macht, frage ich mich: Sollte ich für das Altersdepot Stop-Loss-Marken setzen?
Meine Überlegung: Bei einem größeren Crash könnte ich Verluste begrenzen und später günstiger wieder einsteigen. Aber andererseits kenne ich auch die Studien, die zeigen, dass Market-Timing meist schief geht.
Was ist eure Einschätzung? Nutzt ihr Stop-Loss bei der langfristigen Altersvorsorge oder haltet ihr das für kontraproduktiv? Gibt es vielleicht spezielle Aspekte beim neuen Altersvorsorgedepot, die ich bedenken sollte?
Bin gespannt auf eure Erfahrungen!
Ich stimme Marc zu - Stop-Loss passt nicht zur Altersvorsorge.
Habe bei meinem alten Riester auch nie mit sowas experimentiert und war gut gefahren. Das neue Depot soll ja gerade einfacher und transparenter werden als die ganzen komplizierten Riester-Produkte von früher.
Wenn du dir wegen Volatilität Sorgen machst: Nimm einfach einen ausgewogenen ETF mit niedrigerer Schwankung oder misch Anleihen bei. Aber Stop-Loss ist wirklich kontraproduktiv bei langfristigen Sparplänen.
Als Selbständiger hab ich mir diese Frage auch schon gestellt. Bei mir kommt noch dazu, dass mein Einkommen schwankt und ich nicht immer gleichmäßig einzahlen kann.
Mein Ansatz: Keine starren Stop-Loss-Orders, sondern flexible Anpassung der Sparrate. Wenn die Märkte fallen, erhöhe ich die Einzahlungen (falls möglich), statt zu verkaufen. Das ist psychologisch auch einfacher als Market-Timing zu betreiben.
Außerdem: 9 Jahre sind noch relativ kurz für Altersvorsorge. Da würde ich eher auf Nummer sicher gehen und nicht zu experimentell werden. Die Förderung ist zu wertvoll, um sie durch komplizierte Strategien zu riskieren.
Sehe ich anders als Marc-Technik. Gerade weil es um staatlich geförderte Altersvorsorge geht, sollte man Risiken nicht komplett ignorieren.
Ich habe schon in anderen Threads hier geschrieben, wie wichtig eine durchdachte ETF-Auswahl ist. Welche ETFs passen überhaupt ins Altersvorsorgedepot - kann ich alle nehmen? - das gilt auch für Risikomanagement.
Ein moderater Stop-Loss bei 15-20% könnte Sinn machen, besonders wenn du in Emerging Markets oder Technologie-ETFs investiert bist. Nicht für den ganzen MSCI World, aber für die volatileren Beimischungen durchaus überlegenswert. Die Frage ist nur: Kannst du diszipliniert wieder einsteigen?
Stop-Loss bei Altersvorsorge ist meiner Meinung nach völlig kontraproduktiv. Du hast selbst schon den entscheidenden Punkt genannt: 9 Jahre Anlagehorizont! Das ist eine Ewigkeit an der Börse.
Ich arbeite seit Jahren in der IT und beschäftige mich intensiv mit quantitativen Anlagestrategien. Alle Backtests zeigen: Stop-Loss funktioniert bei langfristigen Sparplänen nicht. Du verkaufst systematisch in fallenden Märkten und verpasst die Erholung. Gerade in volatilen Phasen wie jetzt im Sommer, wo viele Anleger nervös werden, ist das besonders fatal.
Das neue Altersvorsorgedepot ist ja speziell für Buy-and-Hold konzipiert. Die Steuervorteile wirken nur langfristig, und du hast sogar Beschränkungen bei vorzeitigen Entnahmen. Stop-Loss würde diesem Konzept komplett widersprechen.