Ich bin da ehrlich gesagt eher der Typ, der das nicht überkomplizieren will. Einmal im Jahr draufschauen, wenn nötig anpassen – fertig. Ich hab genug andere Sachen im Kopf, ich will das nicht jeden Monat neu auswerten müssen.
Bei einem 3-ETF-Portfolio wie deinem passiert doch ohnehin nicht so viel Dramatisches innerhalb eines Jahres, dass man ständig eingreifen müsste. Und Transaktionskosten entstehen ja auch, wenn man zu oft umschichtet – je nach Anbieter.
Das mit dem Steuereffekt beim internen Rebalancing im Altersvorsorgedepot klingt interessant was KinderzulagePro7 schreibt, aber ich wäre da vorsichtig – das steht meines Wissens noch nicht zu 100% fest, wie das 2027 konkret gehandhabt wird.
Gute Frage, hab mich damit auch schon beschäftigt, vor allem im Zusammenhang mit Faktor-ETFs (da weichen einzelne Positionen teilweise stärker ab). Ich habe mir damals beim Faktor-ETF-Thread schon Gedanken dazu gemacht.
Meine aktuelle Planung für 2027: Schwellenwert-basiertes Rebalancing, Grenze bei 10%. Der Grund ist simpel – bei einem langfristigen Depot mit ETFs passiert in ruhigen Phasen monatelang gar nichts Relevantes, da wäre ein jährlicher Pflicht-Rebalance oft sinnlos. Wenn aber ein Markteinbruch kommt (oder ein starker Anstieg), dann will ich gezielt reagieren können.
Zur Kostenfrage: Innerhalb des Altersvorsorgedepots sollten Steuereffekte beim Umschichten laut aktuellem Stand der Diskussion erst bei Auszahlung greifen, nicht beim internen Rebalancing. Das wäre ein klarer Vorteil gegenüber einem normalen Depot. Aber das sollte man nochmal genau prüfen, wenn die endgültigen Regelungen feststehen.
Fazit: Weniger ist oft mehr beim Rebalancing. 1-2x pro Jahr oder bei klarer Abweichung reicht völlig.
Kurz und direkt: Schwellenwert + Kalender kombinieren ist meiner Erfahrung nach das sinnvollste Modell. Also: einmal pro Jahr fester Check-Termin, PLUS eingreifen wenn Abweichung > 10%.
Ich hab mich im PRIIP-Kontext schon viel mit ETF-Regulatorik auseinandergesetzt (hier z.B.), und eine Sache die dabei relevant sein könnte: Wenn das Depot bestimmte Fondstypen ausschließt oder nur eingeschränkt zulässt, kann sich die Allokation durch externen Marktdruck stärker verschieben als bei einem freien Depot. Das wäre ein Argument für häufigere Überprüfung, auch wenn man nicht zwingend eingreifen muss.
Die Idee von Markus8460 mit den Sparraten als Rebalancing-Instrument ist übrigens wirklich gut und unterschätzt – das reduziert echte Umschichtungen erheblich.