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Immobilie als Sonderausgabe absetzen – lohnt sich das wirklich?

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S.Bergmann
Beiträge: 54
Themenstarter
(@s-bergmann)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten
[#155]

Hallo zusammen,

ich versuche gerade meine Steueroptimierung für die nächsten Jahre strukturiert durchzuplanen – quasi wie ein Projektplan, aber für die eigenen Finanzen. Dabei bin ich auf eine Frage gestoßen, bei der ich bisher keine wirklich befriedigende Antwort gefunden habe.

Konkret geht es mir darum: Wie sinnvoll ist es, Immobilieninvestitionen im Kontext von Sonderausgaben zu denken, wenn man gleichzeitig auf das Altersvorsorgedepot ab 2027 setzt? Ich überlege, ob es strategisch klüger wäre, das verfügbare Kapital lieber komplett in Richtung geförderter Altersvorsorge zu lenken und beim Sonderausgabenabzug dort das Maximum rauszuholen – anstatt es in eine Immobilie zu stecken, die steuerlich vielleicht weniger effizient ist.

Mir geht es nicht darum, ob Immobilien als Investment generell gut oder schlecht sind. Ich frage mich eher: Hat jemand konkret durchgerechnet, wie sich der Steuereffekt beim Altersvorsorgedepot (Sonderausgabenabzug) im Vergleich zu typischen Immobilien-Steuervorteilen wie AfA oder Werbungskosten verhält? Vor allem für jemanden mit solidem Einkommen im Angestelltenverhältnis?

Im Sommer hat man ja manchmal mehr Zeit zum Nachdenken – und genau das tue ich gerade. Freue mich über eure Erfahrungswerte, auch wenn sie ernüchternd sind.

Viele Grüße
S.Bergmann


4 Antworten
Julia K.
Beiträge: 36
(@juliak82)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich bin da ehrlich gesagt keine große Hilfe bei den Steuerdetails, weil ich selbst noch am Lernen bin. Aber ich frag mich: lässt sich das überhaupt pauschal beantworten? Der individuelle Steuersatz macht da doch einen riesigen Unterschied, oder?


Antwort
ETFSparplan47
Beiträge: 38
(@etfsparplan47)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Nach 15 Jahren ETF-Sparen kann ich dazu einiges sagen. Ich hab mir die Immobilien-Option vor Jahren auch überlegt und mich dagegen entschieden – nicht weil Immobilien schlecht sind, sondern weil der administrative Aufwand und das Klumpenrisiko mich abgeschreckt haben.

Steuerlich ist das tatsächlich schwer pauschal zu vergleichen. Was ich aber aus Erfahrung sagen kann: Der Steuerstundungseffekt beim geförderten Depot ist real und wirkungsvoll, besonders wenn man konsequent investiert und die Förderung voll ausschöpft. Bei Immobilien ist die AfA nett, aber du brauchst erstmal Kapital für den Kauf, einen Kredit, und dann laufen die Kosten oft anders als geplant.

Was ich beim Altersvorsorgedepot 2027 noch spannend finde – und dazu hab ich auch schon konkret über Entnahmepläne nachgedacht – ist die Kombination aus staatlicher Förderung jetzt und flexibler Entnahme später. Das gibt dir Planungssicherheit ohne Mieterärger im Sommer.


Antwort
Markus B.
Beiträge: 20
(@markus89)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Gute Frage, die ich mir ehrlich gesagt auch schon gestellt habe. Ich stehe am Anfang meiner Berufslaufbahn und überlege genau wie du, wie ich mein Kapital am effizientesten einsetze.

Was ich bisher verstanden habe: Der Sonderausgabenabzug beim Altersvorsorgedepot 2027 ist besonders interessant, weil er direkt die Steuerlast senkt und dazu noch Förderungen wie der Berufseinsteigerbonus obendrauf kommen. Eine Immobilie bietet über AfA auch Steuervorteile, aber die greifen ja erst wenn du vermietest und die Anfangsinvestition ist natürlich deutlich höher.

Ich hab das in einem früheren Thread zu steuerlichen Fragen rund ums Depot schon mal angeschnitten, aber eine direkte Gegenüberstellung Immobilie vs. Depot hat da keiner wirklich gemacht.

Für mich persönlich ist das Depot aktuell die klarere Option – weniger Kapitalbedarf, staatlich gefördert, und ich muss mich nicht um Mieter oder Instandhaltung kümmern. Ob das bei einem höheren Einkommen wie deinem genauso gilt, weiß ich allerdings nicht.


Antwort
Markus91
Beiträge: 60
(@markus91)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Das ist eigentlich eine klassische Rendite-nach-Steuer-Frage und die lässt sich mit den richtigen Parametern gut modellieren.

Kurz zur Struktur: Beim Altersvorsorgedepot 2027 bekommst du den Sonderausgabenabzug auf die Einzahlungen (bis zum jeweiligen Höchstbetrag), die Erträge wachsen steuerfrei, und erst in der Entnahme wird versteuert – also nachgelagert. Bei einer vermieteten Immobilie hast du AfA (im Neubau aktuell 3% linear), Werbungskosten absetzbar, aber laufende Mieteinnahmen voll einkommensteuerpflichtig.

Der entscheidende Hebel ist dein Grenzsteuersatz jetzt vs. in der Rente. Wenn du heute 42% zahlst und im Alter vielleicht bei 25-30% landest, ist das nachgelagerte Prinzip des Depots sehr attraktiv. Bei Immobilien hängt alles an der tatsächlichen Mietrendite, Instandhaltungskosten und wie lange du hältst.

Ich analysiere gerade selbst verschiedene Tools für die Auszahlungsplanung – ein direkter Steuervergleich Depot vs. Immobilien ist aber eine andere Baustelle. Da würd ich ehrlich gesagt einen Steuerberater einschalten, die Wechselwirkungen sind komplex genug.


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