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Immobilien-ETFs als Inflationsschutz – Mythos oder echte Absicherung?

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Kritikus_78
Beiträge: 45
Themenstarter
(@kritikus_78)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten
[#181]

Ich bin ehrlich gesagt genervt von der reflexartigen Empfehlung, Immobilienanlagen seien DER Inflationsschutz schlechthin. Das höre ich seit Jahren, aber wenn man genauer hinschaut, bröckelt das Argument doch erheblich.

Jetzt beim Altersvorsorgedepot 2027 taucht das Thema wieder auf: Immobilien-ETFs (also REITs und ähnliches) sollen angeblich die Kaufkraft über Jahrzehnte erhalten. Aber welche Inflationsschutz-Qualität haben die wirklich, wenn ich das im Depot halte?

Meine konkreten Einwände:
1. REITs sind börsennotiert – in Krisen korrelieren die mit dem Aktienmarkt, nicht mit realen Immobilienwerten. Das sah man 2022 sehr deutlich.
2. Mietpreisbindungen und regulatorische Eingriffe können die Inflation nicht einfach an Mieter weitergeben.
3. Zinssteigerungen belasten REITs direkt über die Refinanzierungskosten.

Und das Interessanteste: Wenn ich sowieso in der Auszahlungsphase eine Zeitrente plane statt eine lebenslange Rente, dann brauche ich den Inflationsschutz über einen definierten Zeitraum – nicht über 30+ Jahre. Ändert das die Bewertung von Immobilien-ETFs im Depot grundlegend?

Ich suche keine Verkaufsargumente. Ich suche Gegenargumente zu meinen Einwänden oder ehrliche Bestätigungen, dass da tatsächlich mehr Mythos als Substanz dahintersteckt.


2 Antworten
Stefan W.
Beiträge: 31
(@s-weber)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Als jemand der sich gerne systematisch durch sowas durcharbeitet: Deine Einwände sind handwerklich sauber formuliert, aber ich würde Punkt 1 noch etwas differenzieren. Die kurzfristige Krisenkorrelation 2022 war real – aber strukturell bilden REITs über längere Zeiträume doch Sachwertentwicklungen ab, die mit Inflation korrelieren. Das Problem ist eher die Volatilität dazwischen.

Für die Auszahlungsphase ist das aber tatsächlich das entscheidende Argument gegen REITs als Inflationsschutz: Sequence-of-Returns-Risiko trifft einen bei hoher Volatilität besonders stark, wenn man regelmäßig entnimmt. Eine Zeitrente mit definiertem Enddatum macht das noch relevanter, weil man keine Zeit hat auf Erholung zu warten.

Mein Fazit: Für die Ansparphase mit langem Horizont – okay als Beimischung. Für die Entnahmephase als Inflationsschutz – eher suboptimal. Das gilt ganz unabhängig vom Narrativ.


Antwort
Marcus K.
Beiträge: 42
(@depotprofi34)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Kurz und pragmatisch: Deine drei Einwände sind alle valide. Ich hab das für mich so entschieden – Immobilien-ETFs kommen bei mir ins Depot als Rendite-Baustein, aber nicht als Inflationsschutz-Instrument. Dafür nehme ich eher breit gestreute Aktien-ETFs, die langfristig Realsachwerte abbilden ohne die REIT-spezifischen Zinsrisiken. Den Inflationsschutz-Mythos bei REITs würde ich nicht weiter romantisieren.


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