Ich sehe das etwas nüchterner als Marco. Zwei Monatsgehälter sind als Notgroschen ehrlich gesagt etwas dünn, vor allem wenn man kein Eigenheim hat und somit unvorhergesehene Kosten (Umzug, Krankheit etc.) relativ schnell ins Gewicht fallen können.
Die Idee dass Tagesgeld eine Schutzfunktion für das Altersvorsorgedepot übernimmt ist aber durchaus richtig gedacht. Das Depot ist für Jahrzehnte konzipiert, nicht für kurzfristige Liquidität. Wer anfängt dort bei jedem kleinen Engpass ranzugehen verliert nicht nur Förderung sondern auch Zinseszinseffekte die sich über lange Zeiträume massiv auswirken.
Mein Rat: Erstmal den Notgroschen auf solide 3 Monate bringen, dann Depot mit vollem Fokus starten. Klingt banal, aber die Reihenfolge ist wichtiger als die Höhe der monatlichen Rate.
2 Monate find ich persönlich auch zu wenig. Aber ich würd das nicht zu theoretisch angehen – mach dir ne Tabelle was bei dir konkret schiefgehen könnte (Jobverlust, Auto kaputt, whatever) und schau was das im schlimmsten Fall kostet. Daraus ergibt sich dein persönlicher Puffer viel besser als irgendeine Faustregel.
Und ja, der Gedanke ist korrekt: Tagesgeld schützt das Depot. Wer keinen Puffer hat zieht notgedrungen am falschen Ende.
Das ist eigentlich genau die Frage die ich mir auch gestellt hab bevor ich angefangen hab ernsthafter über das Depot nachzudenken. Meine persönliche Meinung: Ja, der Notgroschen ist quasi die Grundlage für alles andere. Ohne den bist du immer in Gefahr irgendwo reingreifen zu müssen wo du eigentlich nicht reingreifen willst.
Ob es 3 oder 6 Monatsgehälter sein müssen hängt meiner Meinung nach stark davon ab wie sicher dein Einkommen ist. Angestellt mit unbefristetem Vertrag? Ich würde sagen 3 Monate reichen gut als Minimum. Dann lieber den Rest konsequent in Richtung Depot planen.
Du hast übrigens recht dass ein vorzeitiger Ausstieg aus dem geförderten Depot problematisch sein kann – ich hab mich damit im Thread zu Versorgungslücken auch kurz mit dem Thema beschäftigt. Förderung die einmal weg ist kommt nicht zurück.